Professorin/Professor werden

Sie interessieren sich für eine Professur an einer Fachhochschule ?

Umfassende Informationen bietet Ihnen der Hochschullehrerbund hlb in seinem Seminar Bewerbung, Berufung und Professur. Ein Intensiv-Bewerbertraining bereitet Sie umfassend auf Bewerbungsverfahren an Fachhochschulen vor. Nähere Informationen unter "Seminare" auf unseren Internetseiten.

Einstellungsvoraussetzungen

Die Berufungschancen hängen maßgeblich davon ab, ob die ausgeschriebene Stelle mit dem Profil des Bewerbers übereinstimmt. Während bei Universitäten ausschließlich die wissenschaftliche Qualifikation im Vordergrund steht, wird für Professuren an Fachhochschulen zusätzlich Berufserfahrung erwartet. 

  • Abgeschlossenes Hochschulstudium.
  • Pädagogische Eignung, die vor allem durch die Erfahrungen in der Hochschullehre und in der beruflichen Aus- und Weiterbildung nachgewiesen werden kann.
  • Besondere Befähigung zu wissenschaftlicher oder künstlerischer Arbeit, die durch eine qualifizierte Promotion und wissenschaftliche Veröffentlichungen nachgewiesen werden kann. Künstlerische Qualifikation kann durch Preise und Auszeichnungen oder Ausstellungen glaubhaft gemacht werden. 
  • Mindestens 5-jährige Berufspraxis, davon 3 Jahre außerhalb des Hochschulbereichs. 

Für die Verbeamtung gelten Einstellungsaltersgrenzen, die länderweise unterschiedlich zwischen 47 und 55 liegen. Bei Überschreiten der Altersgrenze erfolgt im Regelfall eine Anstellung im Angestelltenverhältnis. Der Hochschullehrerbund hlb informiert Sie über die Unterschiede in der Vergütung bei der Verbeamtung und der Anstellung im öffentlichen Dienst.


Die längerfristige Vorbereitung auf eine Bewerbung auf eine Professur

Für eine wissenschaftliche Karriere empfiehlt sich eine sorgfältige Planung der Qualifizierung. Folgende Punkte können hilfreich sein:

  • das eigene Arbeitsgebiet nicht zu eng fassen,
  • wissenschaftliches Profil durch Veröffentlichungen, Fachvorträge etc. schärfen,
  • ohne praktische Berufserfahrung außerhalb der Hochschule oder hochschulähnlichen Einrichtungen ist die Berufung auf eine FH-Professur schwierig,
  • Lehrerfahrung sammeln durch Lehraufträge, Vertretungs-, Gastprofessuren u. ä.,
  • Möglichkeiten nutzen, die Mitgliedschaften in Netzwerken, Fachgesellschaften und Berufsverbänden bieten,
  • die Möglichkeiten nutzen, an Berufungsverfahren teilzunehmen,
  • rechtzeitig um potenzielle Gutachterinnen oder Gutachter kümmern.

Die Bewerbungsunterlagen

Mindestbestandteile der Berwerbungsunterlagen

  • Ein Anschreiben, kurz und prägnant (ca. 1,5 Seiten) sollte alle wichtigen Informationen zur Qualifikation und Motivation enthalten.
  • Das Foto sollte Kompetenz, Seriosität, Engagement, Offenheit vermitteln.
  • Ihr Lebenslauf sollte übersichtlich gestaltet sein und mit den wichtigsten Daten zu Ihrer Person und vor allem mit allen stellenrelevanten Informationen versehen sein.
  • Liste der Publikationen/Vorträge.
  • Liste der gehaltenen Lehrveranstaltungen (was, wo, vor wem).
  • Betreute Promotionen, Abschlussarbeiten.
  • Drittmitteleinwerbung, Drittmittelprojekte.
  • Ämter in Fachgesellschaften, wiss.Gesellschaften etc. 
  • Sonstige Kompetenzen z. B. Management- oder Projekterfahrung.
  • Zeugnisse (Studienabschluss, Promotion, Arbeitszeugnisse).
  • Ggf. Dokumentation des Standes der Promotion.

Während des hlb-Seminars "Das Berufungsverfahren an Fachhochschulen" haben Sie die Gelegenheit, Ihre Bewerbungsmappe einzureichen.  


Die Probelehrveranstaltung

Die Bewertung der Probelehrveranstaltung durch die Studierenden erfolgt in der Regel anhand eines standardisierten Fragebogens mit z. B. folgenden Fragen:

1 Fachkompetenz

1.1 gemessen am Vortrag

1.2 Gesamteindruck

1.3 Anwendungsbezug

2. Didaktik

2.1 Struktur

2.2 Verständlichkeit

2.3 Medieneinsatz

2.4 Einbindung der Studierenden

2.5 Zeitmanagement

3. Persönlichkeit


Vergütung, Anstellung, Altersversorgung

Bevor Sie einen erteilten Ruf annehmen, sollten Sie sich über Vergabedingungen von Funktions- und Leistungszulagen erkundigen. Diese entscheiden über die Entwicklungsmöglichkeiten Ihres Gehalts. Im Vergleich zu den Universitäten gibt es an Fachhochschulen bislang sehr schmale Verhandlungsspielräume. Bei der derzeitigen Finanzausstattung der Hochschulen sollte man keine zu hohen Erwartungen an Sach-, Personal- und Finanzausstattung stellen.

Die Berufungsverhandlungen werden in der Regel mit der Hochschulleitung und der Dekanin oder dem Dekan geführt.

Nähere Informationen über die Grundvergütung, die Zulagenarten, deren befristete oder unbefristete Gewährung und Ruhegehaltfähigkeit sowie über den Verhandlungsspielraum, Ihre individuelle Verhandlungsposition und -strategie erhalten Sie im hlb-Seminar "Bewerbung, Berufung und Professur".

     Aktuelle Übersicht der Professorengehälter in der W2-und W3-Besoldung [PDF-Datei]